Der heilige Cyriakus

Patron der Pfarrei Olpe-Rhode

Gedenktag: 8. August

Matthias Grünewald:

Cyriacus heilt Artemia. Die dargestellte Symptomatik lässt an ein mehrfach behindertes Mädchen denken; nach den Überlieferungen liegt bei der Diokletiantochter zusätzlich eine Epilepsie vor.

(Flügel im Heller-Altar, im Historischen Museum in Frankfurt)

Cyriacus, von Papst Marcellinus oder Marcellus I. um 300 in Rom zum Diakon geweiht, wurde nach der Legende von Kaiser Maximian verurteilt, als Zwangsarbeiter beim Bau einer Thermenanlage mitzuwirken und Erde zu tragen. Viele Mitchristen und Leidensgenossen wurden nach Martern getötet. Als aus Artemia, der besessenen Tochter von Kaiser Diokletian, ein Teufel schrie, nur Cyriacus könne ihn vertreiben, wurde dieser gerufen, heilte und taufte Artemia.

Der ausfahrende Teufel prophezeite, er werde Cyriacus zwingen, nach Babylon - heute Han-al-Mahawil im Irak - zu gehen. Bald darauf wurde Cyriacus tatsächlich vom Perserkönig gerufen, um dessen besessene Tochter zu heilen. Cyriacus heilte auch diese und taufte sie mit ihren Eltern und viel Volks.

Cyriacus kehrte nach Rom zurück. Diokletian hatte ihm ein Haus geschenkt, aber nach dessen Abdankung im Jahr 305 ließ ihn Maximian abermals greifen, foltern, mit siedendem Pech übergießen und enthaupten. Ein Statthalter nahm das Haus von Cyriacus in Besitz, badete darin an der Stelle, an der Cyriacus zu taufen pflegte, und hielt ein Festmahl mit 19 Freunden, die alle zusammen eines plötzliches Todes starben. Das Bad wurde geschlossen, die Heiden fingen an, die Christen zu fürchten und in Ehren zu halten.

Cyriacus wurde an der Via Ostiensis begraben, Reliquien kamen u.a. nach Ancona, Neuhausen bei Worms, Bamberg und Altorf im Elsass. In der Pfalz als Patron des Weinbaus verehrt, werden Cyriacus noch heute in einer Kapelle bei Lindenberg - wo er als Einsiedler gelebt haben soll - am Sonntag nächst dem 8. August bei der Cyriakus-Wallfahrt die ersten Trauben dargebracht. Einmal sei er auf dem Heimweg von Deidesheim, wo er oft Kranke in Spital besucht habe, müde gewesen und sich deshalb einen Wingertstiefel - einen Pfahl, der zur Stütze der Rebe dient - als Wanderstab für den Heimweg - nach anderer Überlieferung als Stütze bei Glatteis - genommen. Normalerweise begrüßte das Glöckchen der Lindenberger Kapelle den heimkehrenden Heiligen, doch diesmal schwieg es. Cyriacus erkannte sein Unrecht, brachte den Pfahl an seine Stelle zurück - und bei seiner Wiederkehr nach Lindenberg erklang wieder der fröhliche Glockenton.

Cyriacus wird als einer der Vierzehn Nothelfer verehrt.

Diakon, Märtyrer, Nothelfer † 305 (?) in Rom

Attribute: Diakon, mit Buch als Exorzismus-Text, mit Artemia
Patron der Zwangsarbeiter; des Weinbaus; bei schwerer körperlicher Arbeit; gegen Versuchung und böse Geister, Besessenheit und Anfechtungen in der Todesstunde

Quelle: zusammengestellt nach "Ökumenisches Heiligenlexikon"