Der heilige Johannes (von) Nepomuk

Patron der Filialgemeinde Olpe-Saßmicke

Gedenktag: im deutschen Sprachgebiet der 16. Mai

Johannes aus Pomuk, ne Pomuk - wie der Ort heute heißt -, wurde nach Studien der Theologie in Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer an der Galluskirche in Prag, wo er sich besonders um deutschstämmige Kaufleute bemühte. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu.

Giuseppe Maria Crespi: Die Königin von Böhmen beichtet Johannes von Nepomuk, 1743, in der Pinakothek in Turin

Die Überlieferung berichtet, dass die Königin Johannes zu ihrem Beichtvater wählte. Wenzel wollte nun Johannes zwingen, das Beichtgeheimnis zu brechen, aber der weigerte sich, wurde deshalb gefoltert und in die Moldau geworfen. Durch ein Wunder - nach der einen Version trocknete die Moldau aus, so dass man seine Leiche fand, nach einer anderen Version hatte die Königin eine Erscheinung von fünf Sternen, die den Fundort offenbarten - wurde der Tote geborgen und beigesetzt. Eine Marmorplatte an der Karlsbrücke zeigt heute den angeblichen Fundort. 

Cosmas Damian Asam: Johannes kniend vor dem Gnadenbild der Madonna von Altbunzlau / Stará Boleslav, die Lichter ihres Strahlenkranzes auf ihn niedersendet. Diese Sternenspende weist ebenso wie die Schweigegesten der Engel auf das bevorstehende Martyrium des Heiligen hin. 1737, in der Johannes geweihten Kapelle in der Stadtpfarrkirche in Messkirch.   

Historisch richtiger ist, dass Johannes in den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof Jenzenstein am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert, vom König selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Straßen geschleift und dann in der Moldau ertränkt wurde.

Johannes' Leichnam wurde im Veitsdom in Prag bestattet und schon bald als Märtyrer verehrt; 1719 fand man bei der Öffnung des Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Seit seiner Kanonisierung 1729 erlangte Johannes rasch große Popularität und er wurde geradezu zum Staatsheiligen des Habsburgerreichs. Der Kult wurde mit aller Kraft forciert, auch um dadurch die Erinnerung an den unliebsamen böhmischen Nationalheiligen Johannes Hus zu verdrängen.

Bronzeguss von Wolfgang Hieronymus Heroldt nach einem Tonmodell des Wiener Bildhauers Matthias Rauchmüller und einem Holzmodell des Prager Meisters Johann Brokoff, 1683: Statue auf der Karlsbrücke in Prag, die älteste der dortigen Statuen

1731 bekam der Messkircher Fürst zu Fürstenberg vom Prager Erzbischof Reliquien von Johannes geschenkt; die hierfür erbaute Nepomuk-Kapelle wurde zum Ausgangspunkt der Verehrung in ganz Schwaben.

Priester, Märtyrer
* um 1350 in Pomuk bei Pilsen, dem heutigen Nepomuk bei Plzen in Tschechien
† 20. März 1393 in der Moldau bei Prag in Tschechien

Kanonisation: Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen.
Attribute: auf Brücken, Finger auf Mund, Kruzifix
Patron von Böhmen, der Stadt Salzburg; der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller; der Brücken; des Beichtgeheimnisses; gegen Wassergefahren; für Verschwiegenheit

Quelle: zusammengestellt nach "Ökumenisches Heiligenlexikon"