Der heilige Georg

Patron der Pfarrei Olpe-Neuenkleusheim

Gedenktag: 23. April
   
 

Fresko in der Basilius geweihten Kapelle im Kirchental in Göreme

 

Viele Legenden ranken sich um Georg; zwei frühen syrischen Kircheninschriften zufolge starb Georg in Lydda - dem heutigen Lod in Israel - den Märtyrertod. Gleiches besagt auch ein Kanon von Papst Gelasius I. aus dem Jahr 494, der Georg als verehrungswürdige Gestalt erwähnt. Andere Quellen geben Nikomedia - das heutige Ízmit in der Türkei - als Todesort an.

Märtyrerlegenden kennen einen Bischof Georg von Alexandria, der nach zahllosen Martyrien immer wieder vom Erzengel Michael zum Leben erweckt wurde. Andere Legenden berichten von einem Georg, der unter einem Perserkönig Datian in Melitene - dem heutigen Battalgazi nahe Malatya in der Türkei - litt; in späteren Legenden wird der Peiniger als Richter Dacian vorgestellt, der die Martern Georgs unter Diokletian veranlasste. In einer Vision soll Jesus selbst ihm ein sieben Jahre andauerndes Martyrium vorausgesagt haben, wobei er dreimal sterben und auferstehen werde. Einmal sollen ihm 60 Nägel gleichzeitig in den Kopf geschlagen worden sein.

   
 

Ikone aus Wysokie in der Slowakei, 15. - 16. Jahrhundert: Georg tötet den Drachen, während Martha ihn schon gezähmt und ans Halsband genommen hat und dafür die Krone erhielt, im Stadtmuseum der Region Przemyśl

 

Besondere Berühmtheit erlangte die Legende vom Kampf des Ritters Georg mit einem Drachen, der in einem See vor der Stadt Silena in Lybia - dem heutigen Qabīlat Sīlīn bei Al Khums oder Cyrene - dem heutigen Shahhat in Libyen (?) - hauste und die Stadt mit seinem Gifthauch verpestete. Die Einwohner mussten ihm täglich Lämmer opfern, um seinen Grimm zu stillen. Als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. Eines Tages traf das Los die Königstochter - die als Verkörperung der Kirche gelten kann -, die nach herzzerreißendem Abschied von den Eltern an den See vor der Stadt ging. Da erschien Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt worden war und von den Cherubim mit Michael wieder zum Leben und zu herrlicher Schönheit gebracht worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Er veranlasste die Königstochter, den Drachen mit ihrem Gürtel in die Stadt zu ziehen, wo alle die Flucht ergreifen wollten. Georg versprach, den Drachen zu töten, wenn die Leute sich zu Christus bekehrten. Er erschlug den Drachen, vier Paar Ochsen mussten das gewaltige Gewicht des Drachen aus der Stadt schleppen, der König ließ sich daraufhin mit allem Volk taufen. Diese Schilderung entspricht der Georgsdichtung aus dem 12. Jahrhundert, die die Rolle des Helden betont, der die Kreuzfahrer unterstützt. Hier kommen Demetrius und Theodor als seine Brüder vor, die ihm in einer älteren Überlieferung zur Seite stehen und neben Georg die meistverehrten Heiligen der Ostkirche sind. Hinzuweisen ist auch auf die ältesten, in der Georgslegende wieder auftauchenden, Vorstellungen von der heldenhaften Bekämpfung und Befreiung aus der Drachengewalt des Bösen durch ein neues Bewusstsein.

Hier setzt die - auch Ambrosius bekannte - ältere Legende ein, der zufolge Georg erleben musste, wie viele Bekehrte durch die Verfolgungen unter den Kaisern Diokletian und Maximian wieder ungläubig wurden. Er legte sein ritterliches Kleid ab, gab sein Gut den Armen und trat mitten unters Volk mit den Worten: Alle Heidengötter sind böse Geister, unser Herr aber hat Himmel und Erde erschaffen. Da ließ ihn der Richter Dacian greifen, mit Nägeln blutig reißen und ihm Salz in die Wunden reiben. Im Gefängnis wurde Georg von Christus getröstet und gestärkt. Ein Zauberer sollte ihn mit einem Giftbecher bezwingen, aber Georg machte das Kreuzzeichen über dem Trank und erlitt keinen Schaden, der Zauberer bekehrte sich und wurde enthauptet. Georg wurde aufs Rad geflochten, stieg aber unversehrt herab; auch aus einem Kessel mit siedendem Blei ging er unverletzt hervor. Georg war nun bereit zu tun, was der Richter begehrte. Dieser rief das Volk zusammen, Georg kniete und betete, Feuer fiel vom Himmel und verbrannte Tempel, Götzenbilder und Priester, die Erde aber tat sich auf und verschlang alle Trümmer. Da ließ der Richter Georg von Pferden durch die Stadt schleifen und schließlich enthaupten.

Georg wurde unter die 14 Nothelfer aufgenommen, damit erhielt die Verehrung auch im breiten Volk großen Aufschwung. Der Georgstag war in der Landwirtschaft ein wichtiger Tag: Dienstboten konnten auf diesen Tag wechseln, Zinsen waren an diesem Tag zu bezahlen. Pferde wurden an diesem Tag gesegnet, verbreitet sind noch heute Pferdeumritte. Dort, wo am Georgstag die Sonne aufgeht, ist nach alter Tradition in Mitteleuropa Osten. V. a. in Norddeutschland wurden ihm viele Spitäler geweiht.

Attribute: Ritter mit Lanze, den Drachen durchbohrend

 

Patron des englischen Königreichs, des byzantinischen Reiches, von Georgien, Äthiopien, Griechenland, Serbien, Tirol, Aragonien und Katalonien, Genua und Barcelona; von 13 Ritterorden; der Soldaten, Bauern, Reiter, Bergleute, Sattler, Schmiede, Waffenschmiede und Büchsenmacher, Böttcher, Pfadfinder, Artisten, Wanderer, Gefangenen; der Spitäler und Siechenhäuser; der Pferde und des Viehs; gegen Kriegsgefahren, Schlangenbiss-Vergiftungen, Versuchungen, Fieber, Pest, Lepra, Syphilis; für gutes Wetter; Patron des Bistums Limburg und des Bistums Białystok, zweiter Patron des Domes in Bamberg

 

Bauernregeln: Ab Georgi dürfen die Felder nicht mehr betreten werden.

St. Georg kommt nach alten Sitten / auf dem Schimmel angeritten. - er bringt noch einmal Schnee!

St. Andreas macht das Eis, St. Georg bricht das Eis.

Kommt St. Georg auf dem Schimmel, / kommt ein gutes Jahr vom Himmel!

Sind die Reben an Georgi noch blind, / so freut sich Mann und Kind.

Auf St. Georgs Güte / stehen alle Bäum in Blüte.

Zu Georg soll sich's Korn so recken, / dass sich eine Krähe kann verstecken.

Gewitter am St.-Georgs-Tag / ein kühles Jahr bedeuten mag.

St. Georgi und St. Marks / dräuen oft viel Arg's.

Regnet's am Georgitag, / währt noch lang des Segens Plag.

Vor Georgi trocken, nach Georgi nass.

Wenn vor Georgi Regen fehlt, / wird man nachher damit gequält.

 

 

Name bedeutet: der Landmann (griech.), Märtyrer, Nothelfer, * im 3. Jahrhundert in Kappadokien in der Türkei (?), † 305 (?) in Lod in Israel (?) 

 

Quelle: zusammengestellt nach "Ökumenisches Heiligenlexikon"