Maria, in den Himmel Aufgenommene

Patronin der Pfarrei Mariä Himmelfahrt

Gedenktag: 15. August
   
   Bartolomé Esteban Murillo: Mariä Himmelfahrt, um 1675, in der Hermitage in St. Petersburg  

Mitten im Hochsommer feiert die katholische Kirche das älteste Marienfest der Christenheit - Mariä Himmelfahrt. Seine hoffnungsfrohe Botschaft und das Brauchtum, das sich um die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel entwickelt hat, machen es zu einem Fest für Körper und Seele, für Geist und Sinne.

Bei diesem Fest geht es um den Köper und die Seele. Es ist ein sehr leibliches Fest, denn es besagt, dass Maria, die Mutter Jesu, am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib (!) und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist. Ein Zustand, den viele Menschen heute mit aller Anstrengung zu erhalten suchen: fit, jung und schön bis ins hohe Alter. Um dann doch überrascht zu sein, dass das Leben irgendwann zu Ende ist!

Das Fest ‚Mariä Himmelfahrt’ fordert auf, sich mit dem eigenen Leib und der eigenen Seele zu befassen. Aber nicht, um jung, schön und unsterblich zu werden, sondern um immer mehr zu dem Menschen zu werden, an den Gott bei seinem Ruf ins Leben gedacht hat. ‚Werde, der du bist’, so sagt es ein alter Sinnspruch. Schönheit ist in jedem Menschen angelegt. Nur ist es oft nicht die Art von Schönheit, die gerade durch menschlich gemachte Idealbilder, Schablonen von Kosmetik- und Fitnessindustrie oder andere Instanzen einer Leistungsgesellschaft, vorgegeben wird.

Mit dem Fest der Himmelfahrt Mariens, der „wunderschön prächtigen Frau“, wie es in einem alten Marienlied heißt, wird den Christen in bildhafter Sprache verdeutlicht, wozu Mensch und Welt durch Gottes Willen berufen sind: zu einem guten, gerechten und ewigen Leben, zum Leben im Reich Gottes, normalerweise ‚Himmel’ genannt. Und dieser Himmel, dieses Reich Gottes, hat bereits hier auf Erden begonnen. An diesem Himmel dürfen die Menschen mit bauen, bis er einmal ganz da sein wird. Schönheit entsteht auch durch das, was ein Mensch tut und dadurch ausstrahlt. Marias Himmelfahrts-Fest fordert die Christen auf, sich mit ganzem Leib für diese Welt, dieses ‚angefangene Reich Gottes’, einzusetzen. Und es im Geiste Jesu und mit voller ‚Seele’ mit zu gestalten.

Noch ein Wort zu den Heilpflanzen. Wenn Sie Kinder haben, dann haben Sie das sicher selber schon erfahren: Neben der Medizin helfen Zuwendung und Zuspruch beim Gesundwerden. Mamas oder Papas gutes Wort und die liebevoll zubereitete Wärmflasche sind ‚heilsam’. 

Ähnlich dachten in vergangenen Jahrhunderten die Menschen beim Ernten der Mitte August in Reife stehenden Heilkräuter. Und so verbanden sie die Anwendung der Heilkräuter mit der Bitte an die Gottesmutter Maria, sich bei Gott für die Heilung der Kranken einzusetzen.

Quelle: www.familien234.de, ein Projekt der Familienpastoral im Erzbistum Köln

 

Bauernregeln zu Mariä Himmelfahrt

1. Zu Mariä Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten guten Nüsse!

2. Scheint auch nach Mariä Himmelfahrt die Sonne heiß nach ihrer Art, so freuen sich des Winzers Reben, einen guten Wein zu geben.

3. Mariä Himmelfahrt Sonnenschein bringt meistens uns viel guten Wein.

4. Hat unsere Frau gut' Wetter, wenn sie 'gen Himmel fährt, sie gewiss auch guten Wein beschert.

5. Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.

6. Wer Rüben will, recht gut und zart, sä´ sie an Maria Himmelfahrt.

7. Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, dann hält sich das Wetter gerne.

8. Wie das Wetter am Maria Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag.

9. Hat Maria gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, sie schöne Tage beschert.

10. Es bringt dem Winzer guten Wein, an Himmelfahrt der Sonnenschein.

11. Scheint die Sonne hell und zart an Mariä Himmelfahrt,
so soll's guten Wein bedeuten, was erwünscht bei allen Leuten.

(Allgemeines über Bauernregeln: Eine Bauernregel ist eine überlieferte, auf regionaler Erfahrung beruhende, einfache Wetterregel.)

Mit freundlicher Genehmigung von Josef Dirschl, www.heiligenlegenden.de